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Was bisher geschah

Rückblick 2010

Liebe Besucher dieser Website!
Liebe TCM-Interessenten!

Als wir im März des Jahres 2010 den Grundstock dieses chinesischen Heilpflanzenlexikons online gestellt haben, wussten wir, dass wir uns ein Projekt für die nächsten Jahre vorgenommen haben: Nahezu 7 500 Pflanzenarten simultan in vier lebendigen Sprachen zu erschließen ist eine enorme Herausforderung. Auf weite Strecken leisten wir Pionierarbeit um Begrifflichkeiten zwischen Pharmazie und Botanik zu ordnen und hinter der chinesischen Vorliebe für Substitutionen und Ersatzdrogen in der Heilanwendung auch die jeweils richtige Stammpflanze ausfindig zu machen. Auch ausgebildete TCM-Apotheker bewegen sich hier noch immer auf unsicherem Terrain; das Internet-Angebot stellt schon jetzt Anforderungen im sprachlichen Umgang mit chinesischen Arzneidrogen, die sogar den Kenntnisstand von Ärzten und Apothekern überfordern.

Langfristig soll das Wörterbuch der chinesischen Heilpflanzenkunde deshalb auch betextet und bebildert werden – auch hier betreten wir nach intensiver Recherche oftmals Neuland. Mit Begeisterung war unser Team von Mitarbeitern für Sie letztes Jahr schon vor und hinter der Kulisse im Einsatz. Ein besonderer Dank gilt unserer chinesischen Lektorin Lu Liu, die sich für die Erfassung chinesischer Pflanzennamen mit Gerhard Höfer in botanische Begrifflichkeiten der chinesischen Heilpflanzenkunde eingearbeitet hat.

Unsere Bildproduktionen wenden sich zunächst in gesonderten Angeboten an die Redaktionen der Printmedien. Trotzdem zeigen wir Ihnen auch hier ein paar Zwischenergebnisse aus unserem fotografischen Fachjournalismus in 2010 im Jahresrückblick.

Schon im zeitigen Frühjahr waren wir für sie unterwegs um die Yulan-Magnolie als Indikator des phänologischen Frühlings in China abzubilden.

Foto: Gerhard Höfer
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Aus den Blütenknospen wird die TCM-Droge xin yi (辛夷) gewonnen, deren ätherisches Öl in China als Schnupfenmittel verwendet wird.

Bäuchlings lagen wir im Frühsommer auf der Wiese um der Heilkraft einer alten deutschen Heilpflanze nachzuspüren. Als „Antoniuskraut“ gibt sie Auskunft über ihre Blütezeit in Deutschland. Als „Selbstheil“ verweist sie auf ihre heilenden Eigenschaften, die mancherorts noch durch die Beigabe der Wiesenpflanze zu Wildsalaten genutzt werden.

Foto: Thomas Grimm
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Wenig bekannt ist dagegen in Europa, dass die Blütenähren der Braunelle (Prunella vulgaris) auch in China als Wildgemüse geschätzt werden. Im chinesischen Arzneibuch werden sie als Arzneidroge xia ku cao (夏枯草) (Prunellae spica) geführt.

Im Hochsommer steckten wir bei 35 °C Außentemperatur mit den Füßen in morastigen Gewässern, um zu beobachten, wie der Rohrkolben mit kapillarem Druck binnen weniger Tage seine Blüte treibt um dann auch den Pollen von schützenden Deckblättern zu befreien und ihn bei sommerlichem Wetter zu entlassen.

Foto: Thomas Grimm
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Die TCM-Droge pu huang (蒲黃) wird aus diesem Pollen gewonnen.

Auch innerstädtische Biotope werden von uns beobachtet um zu dokumentieren, mit welchen Durchsetzungsstrategien chinesische Pflanzenarten in Europa zur Ausbreitung kommen. Das gilt nicht nur für den Schmetterlingsflieder, der als Gartenflüchter mittlerweile die europäischen Kulturbrachen besiedelt. Auch Parkbäume wie der Drüsige Götterbaum (Ailanthus altissima) haben in Europa eine große Durchsetzungskraft und werden vielerorts bereits als lästige Invasionspflanzen angesehen.

Foto: Gerhard Höfer
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Wo immer der Baum eine Chance zur Ansiedlung findet, setzt er sich fest. Aus der inneren hellen Rinde des Baumes wird in China die Arzneidroge chun bai pi (椿白皮) gewonnen.

Die Reifezeit der Maulbeere fällt in den Spätsommer; dabei ist es nützlich zu wissen, dass sich die Weiße Maulbeere (Morus alba) nicht unbedingt durch weiß-früchtige Sorten auszeichnen muss.

Foto: Gerhard Höfer
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Die ideale Erntezeit der Maulbeere für die chinesische Arzneidroge sang shen (桑椹) ist erreicht, wenn sich die ausgewachsene Beere von weiß nach rot (unser Bild) zu verfärben beginnt.

Anlässlich der China-Time-Veranstaltung im September 2010 betraten wir für sie vorübergehend mit chinesischen Löwen und Drachen sogar das politische Parkett in Hamburg um das kulturelle Anliegen unseres chinesischen Heilpflanzenlexikons auch breiteren Interessentenkreisen nahezubringen.

Foto: Gerhard Höfer
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Zu drei Terminen innerhalb der facettenreichen Hamburger Veranstaltungsreihe führte Gerhard Höfer Interessenten durch den Botanischen Garten in Flottbek um in einem interkulturellen Denkansatz Pflanzen aus dem offiziellen Arzneibuch der Volksrepublik China vorzustellen. Ungeahnte Parallelen aus traditionsreichen volksmedizinischen Anwendungen in Europa und China waren für alle Teilnehmer der botanischen Führungen sehr aufschlussreich und begeisterten auch Ärzte und Heilpraktiker.

Hinter der chinesischen Arzneidroge deng xin cao (灯心草) (Junci medulla) verbergen sich keine Reisnudeln, wie man beim ersten Anblick unseres Bildes vermuten könnte. Das Mark der Flatter-Binse mit seinem reichen Gehalt an Kieselsäure hat auch in europäischen Heilanwendungen eine lange Tradition bei Blutreinigungskuren. Das chinesische Arzneibuch indiziert Binsenmark als Entwässerungsmittel oder als Beruhigungsmittel bei nervöser Unruhe und Schlaflosigkeit.

Foto: Thomas Grimm
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Der Jahreswechsel bescherte uns ein märchenhaftes Winterwetter. Bei Temperaturen, wo man seinen Kamera-Akkus vorsorglich einen Wärmeschutz gewährt, war der Zweig einer Chinesischen Spießtanne (Cunninghamia lanceolata) von einer kuscheligen Schneedecke umhüllt. Das Holz des Baums ist übrigens in ländlichen Gebieten Chinas als termitenresistentes Bauholz in der Landwirtschaft beliebt. Die chinesische Volksmedizin sagt den Samen der kleinen Zapfen (shan zi, 杉子), die hier unter dem Schnee herausschauen, entzündungshemmende Eigenschaften nach.

Foto: Christa Palma
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Ausblick 2011

Frohen Mutes schauen wir also nach dem Jahreswechsel mit Ihnen auf ein arbeits- und ereignisreiches Jahr 2011, um für Sie den Ausbau dieser Online-Publikation voranzutreiben und damit gleichzeitig die Arbeit von Kolleginnen und Kollegen der Bildredaktionen in den Printmedien zu unterstützen.

Wenn fachjournalistische Qualitäten aktuell vielerorts in die Binsen gehen (siehe Foto weiter oben), so liegt das also sicher nicht an uns. Alle Bildredaktionen haben vorab Zugang zu unserer gesamten lexikalischen Arbeit; Sie erhalten mit frisch produziertem Bildmaterial auch wichtige textliche Handreichungen in den IPTC-Headern der Bilddateien, die in Zeitungen und Zeitschriften genutzt werden dürfen. Dabei liefern wir Ihnen übrigens als Fachjournalisten auch Informationen, die Sie im Internet noch nicht finden. Wir freuen uns also weiter auf kollegiale Anrufe unter +49 40 5001311. Bisherige Auswahlangebote für Ihren Einsatz in Printmedien finden Sie auf der Website unserer Bildagentur (Pflanzenarchiv Lavendelfoto) unter:

Über Spenden, die Sie uns als Besucher und Nutzer des kostenlosen Internet-Angebots von Yaocaodict.com für unsere Arbeit zukommen lassen, freuen wir uns weiterhin.

Seit Jahresbeginn 2011 können Sie auch eine Patenschaft für die gezielte weitere Arbeit an einzelnen Pflanzenarten in unserem Online-Lexikon übernehmen. Das Team um Gerhard Höfer kümmert sich um Recherche, Übersetzung, Lektorat incl. der Erschließung chinesischer Synonyme in Pinyin, Bebilderung, Betextung und eine Programmierung, die den reibungslosen Gebrauch des Wörterbuchs als Datenbank in vier lebendigen Sprachen und wissenschaftlicher Terminologie ermöglicht. Als Pate werden Sie beim Ausbau des Lexikons für fünf Jahre namentlich als Person oder für Ihre Einrichtung (Apotheke, Arztpraxis, TCM-Einrichtung, Handelsfirma o. ä.) im Kontext einer pflanzlichen Darstellung Ihrer Wahl genannt. Bei Interesse schicken Sie uns bitte den ausgefüllten Antrag auf Patenschaft zu, wir setzen uns dann umgehend mit Ihnen in Verbindung.

Anzeigen-Sponsoren können bei uns werbliche Anzeigen in unterschiedlichem Umfang und von unterschiedlicher Dauer schalten. Fordern Sie dazu bitte unsere Anzeigenpreisliste an.

Wir freuen uns mit Ihnen auf ein arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr 2011

Gerhard Höfer
Hamburg, 2011-01-18 (rev. 2013-05-14)

 
 

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